Von der Haltung zur Handlung: Wie die Tischlerei Huber Handwerk modern lebt
Der Wandel im Handwerk wird häufig auf neue Maschinen, Digitalisierung oder veränderte Kundenbedürfnisse reduziert. Doch wer genauer hinsieht, erkennt: Nachhaltige Veränderung beginnt nicht mit einer Investition. Sie beginnt mit einer Haltung.
Unser MZE-Mitglied Tischlerei Huber in Hüttschlag zeigt eindrucksvoll, wie dieser Weg gelingen kann. Heute zählt das Unternehmen zu den renommierten Einrichtungspartnern für anspruchsvolle Hotel- und Gastronomieprojekte, ist gleichzeitig ein verlässlicher Ansprechpartner für Privatkunden in der Region und gilt als moderner Arbeitgeber.
Dass dieser Erfolg kein Zufall ist, sondern das Ergebnis einer konsequent gelebten Haltung, zeigt sich in vielen kleinen und großen Entscheidungen, die den Betrieb bis heute prägen.
Wandel ist kein Projekt – sondern ein kontinuierlicher Prozess
Viele Unternehmer erzählen von einem entscheidenden Wendepunkt, an dem sich alles verändert hat. Für Christoph Aichhorn, Inhaber der Tischlerei Huber, war der Weg ein anderer.
„Für mich zählt vielmehr eine fortlaufende Entwicklung. Man muss immer flexibel, offen und dynamisch bleiben“, betont er im Gespräch mit MZE.
Für ihn entsteht Zukunft nicht durch radikale Kurswechsel, sondern durch die Bereitschaft, den eigenen Betrieb laufend weiterzuentwickeln. Veränderungen werden nicht umgesetzt, weil sie gerade modern erscheinen, sondern weil sie den Betrieb langfristig stärken. Diese Haltung prägt die Tischlerei Huber bis heute und macht sie außergewöhnlich erfolgreich.
Modernes Handwerk braucht starke Wurzeln
Wer den Betrieb in Hüttschlag besucht, erkennt schnell: Moderne Technik und traditionelles Handwerk schließen einander nicht aus, sie ergänzen sich.
„Die traditionellen und ursprünglichen Kriterien müssen in der Fertigung eingehalten werden. Wie man Wertstücke umsetzt, hat sich nicht verändert, aber heute eben an modernen CNC-Anlagen. Natürlich muss man in der Planung mit der Zeit gehen. Die Grundsätze aus dem traditionellen Handwerk bleiben dabei aber wichtig. Das kann und sollte man nicht außer Acht lassen“, erklärt Christoph Aichhorn seinen Blick auf modernes Handwerk.
Für den Tischlermeister bedeutet modernes Handwerk deshalb nicht, Bewährtes über Bord zu werfen. Qualität, Präzision und handwerkliche Grundsätze bleiben dabei unverändert. Gleichzeitig investiert die Tischlerei konsequent in moderne Fertigungstechnik, digitale Planung und Infrastruktur, um den steigenden Anforderungen ihrer Kunden gerecht zu werden.
Beständigkeit und Veränderung werden so nicht zu Gegensätzen, sondern zu zwei Seiten derselben unternehmerischen Haltung.
Haltung zeigt sich in Entscheidungen
Unternehmerische Werte werden nicht in Leitbildern sichtbar, sondern in konkreten Entscheidungen.
Eine davon war für Christoph Aichhorn besonders wichtig, als er den Betrieb von seinem Onkel übernahm. „Ich wollte, dass wir auch wieder für Privatkunden aus der Region ein Ansprechpartner sind. Junge Kunden sollen bei uns auch eine Küche zu einem fairen Preis bekommen. Das hat sich schnell herumgesprochen und ist aus meiner Sicht ganz wichtig für den Ruf unseres Unternehmens.“
Obwohl sich die Tischlerei Huber heute vor allem mit hochwertigen Hotel- und Gewerbeprojekten einen Namen gemacht hat, blieb die Verbundenheit zur Region erhalten. Gerade diese Entscheidung zeigt, wie Haltung im Alltag gelebt wird: wirtschaftlich erfolgreich sein und gleichzeitig Verantwortung für die Menschen vor Ort übernehmen.
Verlässlichkeit entsteht lange vor der Montage
Fragt man Christoph Aichhorn, woran Kunden die Tischlerei Huber erkennen, fällt die Antwort bemerkenswert klar aus.
„Wir sind wirklich bekannt dafür, dass wir Projekte immer fristgerecht und in höchster Qualität fertigstellen.“
Qualität und Termintreue entstehen jedoch nicht erst auf der Baustelle. Sie sind das Ergebnis einer Unternehmenskultur, die auf Verlässlichkeit, langfristigen Partnerschaften und kontinuierlicher Verbesserung aufbaut.
Wandel beginnt bei den Menschen
Für Christoph Aichhorn beschränkt sich Veränderung nicht auf Technik oder Prozesse. Sie betrifft ebenso die Zusammenarbeit im Unternehmen.
„Man kann heute nicht mehr mit Mitarbeitern umgehen wie vor 15 Jahren. Fairness und Wertschätzung sind wichtig. Wenn ich gute Leute brauche, muss ich auch mit Wertschätzung arbeiten.“
Diese Haltung zeigt sich auch im täglichen Miteinander. „So wie man in den Wald hineinschreit, so bekommt man es zurück. Wenn es darauf ankommt, sind unsere Mitarbeiter und Partner da. Das muss aber auf Gegenseitigkeit beruhen.“
Dass diese Wertschätzung nicht bei Worten endet, zeigt sich auch ganz praktisch. Mit dem neu gestalteten Pausenraum hat die Tischlerei Huber einen Ort geschaffen, der weit mehr ist als ein Aufenthaltsraum. Er bietet Raum für gemeinsame Pausen, Workshops und den Austausch im Team – geplant und gefertigt vom eigenen Unternehmen. Damit wird sichtbar, was Christoph Aichhorn unter modernem Handwerk versteht: Nicht nur in Maschinen und Prozesse, sondern bewusst auch in die Menschen zu investieren, die den Erfolg des Unternehmens jeden Tag mittragen.
Offen bleiben, ohne die eigene Linie zu verlieren
Auch die Anforderungen im Markt verändern sich laufend. Kundenwünsche entwickeln sich weiter, Projektlaufzeiten werden kürzer und Trends wechseln schneller als früher.
Für Christoph Aichhorn ist deshalb vor allem eines entscheidend: „Flexibilität ist das Wichtigste. Man darf sich nicht auf ein Produkt versteifen. Man muss für alles offen sein – modern und rustikal. Wenn man heute stur eine Linie verfolgt, kann es schnell passieren, dass die Nachfrage einbricht und man das Ruder nicht mehr schnell genug herumreißt.“
Gerade diese Offenheit ermöglicht es der Tischlerei Huber bis heute, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, ohne ihre Identität aufzugeben.
Austausch schafft neue Perspektiven
Dabei spielt auch der Austausch mit anderen Unternehmern eine wichtige Rolle. Über bestehende Lieferantenkontakte kam Christoph Aichhorn zu MZE Österreich. Aus ersten Gesprächen entwickelte sich eine Zusammenarbeit, die er heute nicht mehr missen möchte.
„Wir haben uns dafür entschieden – und wir haben es nicht bereut.“
Für ihn liegt der Mehrwert nicht allein in den Einkaufsvorteilen. Entscheidend ist der regelmäßige Austausch mit anderen Betrieben, neue Impulse und ein Netzwerk, das Veränderungen gemeinsam denkt und begleitet.
Haltung wird dann sichtbar, wenn sie gelebt wird
Die Geschichte der Tischlerei Huber zeigt eindrucksvoll, dass Wandel nicht mit einem radikalen Neustart beginnt. Erfolgreiche Unternehmen entwickeln sich kontinuierlich weiter, auf Basis klarer Werte, einer offenen Haltung und der Bereitschaft, Entscheidungen konsequent umzusetzen.
Oder, wie Christoph Aichhorn es selbst ausdrückt: „Man muss immer mit der Zeit gehen.“
Genau darin liegt die eigentliche Stärke der Tischlerei Huber: Nicht jeder Veränderung hinterherzulaufen, sondern den eigenen Weg konsequent weiterzuentwickeln. Aus einer klaren Haltung wird so konsequentes unternehmerisches Handeln – Tag für Tag.